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Von der alten zur neuen Liederhalle

Historische Architektenzeichnung der Liederhalle 1863 mit Fassadenornamenten, Figuren, Spaziergängern und Reitern.
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Historische Aufnahme des Stuttgarter Schwimmbads mit angrenzender Liederhalle und Personen in zeitgenössischer Kleidung
Stadtarchiv Stuttgart
Prunkvoll dekorierter Festsaal der alten Liederhalle mit Kronleuchtern, Bühnenbild und historischer Ausstattung
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Historische Außenansicht der alten Liederhalle Stuttgart mit Straßenbahnschienen und Personen vor dem Eingang
Stadtarchiv Stuttgart
Historische Aufnahme von Frauen in festlicher Kleidung mit Blumenständen unter einem Pavillon in der Liederhalle.
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Historische Luftaufnahme Stuttgarts mit Blick auf die alte Liederhalle (1), die Paulinenkirche (2) und das Bosch-Areal (3)
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Trümmer der alten Liederhalle nach dem Zweiten Weltkrieg, im Vordergrund ein Steinblock mit der Inschrift „LIEDERHALLE“, im Hintergrund das Bosch-Gebäude
Stadtarchiv Stuttgart
Luftaufnahme des Liederhallen-Wiederaufbaus in den 1950ern mit markantem Rundbau des Beethoven-Saals und umliegenden Baustellen
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg l Albrecht Brugger
Abendliche Außenansicht der Liederhalle Stuttgart mit beleuchtetem Eingangsbereich und markanter Architektur
Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle l Florian Selig

Eine Tradition beginnt

1824 wurde der Stuttgarter Liederkranz gegründet – einer der größten deutschen Gesangvereine, der bis heute das kulturelle Leben der Stadt prägt. Aus dem Wunsch nach einem eigenen Domizil heraus erwarb der Verein 1853 einen Bauplatz vor dem Büchsentor und beauftragte Oberbaurat Christian Friedrich Leins (1814-1892, Erbauer der Villa Berg und des Königsbaus), mit dem Bau einer repräsentativen Liederhalle.

1864 wurde der erste Bauteil fertiggestellt, 1874/75 folgte die Erweiterung um einen großen Festsaal. In den Formen der italienischen Renaissance gestaltet, entwickelte sich die alte Liederhalle mit ihrem festlichen Rechtecksaal, den Pfeiler- und Bogenstellungen, zum Mittelpunkt des künstlerischen und geselligen Lebens in Stuttgart. Mit rund 2.500 Sitzplätzen gehörte das Gebäude zu den großen Veranstaltungshäusern seiner Zeit und war 80 Jahre lang Heimat unzähliger Konzerte, Feste und Begegnungen, bevor es am 8. Oktober 1943 durch einen Luftangriff zerstört wurde.

Aus Trümmern und Visionen

Zurück blieben Ruinen und ein trümmerübersäter Platz. Doch der Stuttgarter Liederkranz gab nicht auf: Aus den Überresten entstand ein Interimsbau mit einem kleinen Probensaal, Räumen für das Sekretariat und einigen Läden. Die Sängerinnen und Sänger packten beim Aufbau selbst mit an – ein Symbol für den Willen zum Neuanfang.

1949, zum 125-jährigen Jubiläum des Stuttgarter Liederkranz, wurde ein Ideenwettbewerb zur Errichtung eines Neubaus ausgelobt zu dem sechs namhaften Architekten aus Stuttgart, München und Berlin eingeladen wurden. Als erste Preisträger gingen Professor Hans Scharoun sowie die Architektengemeinschaft Professor Adolf Abel aus München und Professor Rolf Gutbrod aus Stuttgart hervor.

Der Weg zur neuen Liederhalle

Nach vielfältigen Überlegungen zum Raumprogramm und zur Arrondierung des Grundstücks wurde die Architektengemeinschaft Abel und Gutbrod im Jahr 1954 mit dem Bau beauftragt. Nach Abschluss der Grundstücksverträge zwischen der Stadt Stuttgart, dem Stuttgarter Liederkranz und der Robert Bosch GmbH konnten am 3. Januar 1955 die Bauarbeiten beginnen.

Das Gebäude entstand auf dem Gelände der alten Liederhalle in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt, am Rande des Hochschulgebiets – ein Areal, das die Stadtverwaltung als künftiges Kulturzentrum betrachtete. Die zentrale Lage verbindet die Liederhalle bis heute verkehrstechnisch mit allen wichtigen Punkten der Stadt.

Der Stuttgarter Liederkranz, dessen Vision einst den Bau der ersten Liederhalle möglich machte, ist bis heute Teil des Hauses und hat dort seinen vereinseigenen Schubertsaal – eine lebendige Brücke zwischen Tradition und Moderne.

 

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