Erwin Russ legte nach dem Zweiten Weltkrieg als Initiator und Förderer mit persönlichem und wirtschaftlichem Engagement den Grundstein für die kulturelle Wiederbelebung Stuttgarts. Mit seiner Vision und seinem unermüdlichen Einsatz prägte er das Musikleben der Landeshauptstadt über Jahrzehnte hinweg und machte Stuttgart erneut zu einem bedeutenden Standort für internationale Konzerte und musikalische Begegnungen.
Umso mehr freuen wir uns, dass dieses außergewöhnliche Wirken gestern Abend durch Oberbürgermeister Frank Nopper in der Liederhalle gewürdigt wurde – einem Ort, der für Erwin Russ wie ein zweites Zuhause war. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde eine Gedenktafel enthüllt, die dauerhaft an sein Lebenswerk erinnert.
Erwin Russ gründete 1945 die Konzertdirektion Stuttgart und holte in den darauffolgenden Jahren zahlreiche bedeutende Künstlerinnen und Künstler nach Stuttgart. Darüber hinaus trug er maßgeblich dazu bei, das von Karl Münchinger gegründete Stuttgarter Kammerorchester im kulturellen Leben der Stadt zu etablieren. Sein Engagement reichte weit über die Organisation von Konzerten hinaus: Er war Impulsgeber, Netzwerker und überzeugter Förderer der Kultur in einer Zeit des gesellschaftlichen Neuanfangs.
Die nun in der Liederhalle angebrachte Gedenktafel macht diesen wichtigen Teil der Stuttgarter Kulturgeschichte sichtbar. Besucherinnen und Besucher können sie ab sofort im Haus besichtigen und mehr über das Wirken eines Mannes erfahren, dessen Leidenschaft für die Musik die Stadt nachhaltig geprägt hat.
Mit der Ehrung von Erwin Russ wird nicht nur an eine beeindruckende Persönlichkeit erinnert – sie ist zugleich ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert Kultur, Engagement und Weitblick für die Entwicklung einer lebendigen Stadtgesellschaft haben.