Liederhalle entdecken

Die Fassade des Mozart-Saals

Kein Künstler hat das Erscheinungsbild der Liederhalle so geprägt wie Professor Blasius Spreng (1913–1987). Der Münchner Maler und Bildhauer besaß die seltene Fähigkeit, in die Gedankenwelt der Architekten einzutauchen und ihre Projekte gemeinsam mit ihnen fantasievoll weiterzuentwickeln.

Nach seinen Entwürfen entstanden die Kleinmosaiken an den Fassaden, auf dem Vorplatz sowie im Außen- und Innenraum. Sein wohl bekanntestes Werk ist die gestaltprägende Fassade des Mozart-Saals – ein herausragendes Beispiel der Stuttgarter Nachkriegsmoderne, das den Saal durch seine farbig-abstrakte Gestaltung markant vom übrigen Ensemble abhebt. Später wurde sie von Barbara Jäger und OMI Riesterer ergänzt und restauriert.

Anstelle einer glatten Steinverkleidung wählte Spreng bruchraue Quarzitplatten in unterschiedlichen Farbtönen – Schwarz, Blau, Grün, Braun und Grau. Ihre unregelmäßigen Kanten erzeugen breite, diagonale Fugen, die durch weiße Marmor- und Quarzitleisten rhythmisch gegliedert werden. Eingebettet in die Natursteinflächen finden sich farbige Kleinmosaiken und vergoldete Steinchen – wie das Motiv des weißen Vogels eindrucksvoll zeigt –, die der Fassade eine lebendige, beinahe puzzleartige Wirkung verleihen. Dieses Spiel aus Farbe und Struktur setzt sich bis zur schrägen Dachkante fort und schafft eine in sich geschlossene Komposition: ein monumentales, abstraktes Gemälde aus Stein.

Im Kontrast zu den eher nüchternen Bauformen der angrenzenden Säle zählt der Mozart-Saal mit seiner dekorativen Außenhaut nicht nur künstlerisch, sondern auch architektonisch zu den Glanzstücken der gesamten Liederhalle.

Außenfassade Mozart-Saal bestehend aus bunten Quarzitplatten
Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle | Mümmler Productions