Gonn Mosny wurde 1930 als Eckart Mosny in Hamburg geboren und kam schon als Kind durch seine Mutter, eine Malerin, mit der Kunst in Berührung. Nach einer Lithographen-Ausbildung zog er 1952 nach Stuttgart und wurde Schüler von Willi Baumeister an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste – eine Begegnung, die sein gesamtes künstlerisches Denken prägen sollte. Baumeister vermittelte ihm ein Kunstverständnis, das nicht auf Plan und Absicht, sondern auf Prozess und Zen-Philosophie setzte: „Es malt“, wie Mosny es später selbst formulierte.
In diese Stuttgarter Zeit fällt auch sein Beitrag zur Neuen Liederhalle: Beim Bau 1955/56 wirkte er – unter der künstlerischen Oberleitung von Blasius Spreng und gemeinsam mit Künstlern wie Hans Dieter Bohnet, Otto Herbert Hajek und Alfred Lörcher – an der mosaikalischen Ausgestaltung des Hauses mit. Im Auftrag von Professor Gutbrod gestaltete Gonn Mosny als Student der Malerei an der Stuttgarter Akademie den Entwurf für die markante Konvexwand des Beethovensaals als Natursteinmosaik. Das vorgesehene Natursteinmosaik kam jedoch nach Einwänden eines Professors der Akademie nicht zur Ausführung, die künstlerische Vollendung der Konvexwand übernahm später Blasius Spreng, der das vorhandene Relief nach seinen Vorstellungen weitergestaltete.
Von 1952 bis 1985 lebte Mosny mit seiner Familie in Stuttgart-Vaihingen, wo er sich 1959 ein eigenes Atelierhaus im Stil Mies van der Rohes baute. Neben der Malerei entstand in dieser Zeit ein umfangreiches Werk architekturbezogener, gegenstandsloser Reliefs aus Mosaik, Keramik, Glas, Holz und Beton. 1964 begann er als Dozent an der Kunst- und Werkschule Pforzheim, wurde dort 1971 Professor und Gründungsrektor der Fachhochschule für Gestaltung.
1985 zog Mosny nach Gordes in Südfrankreich, wo im Licht der Provence sein bekanntestes malerisches Werk entstand – großformatige, abstrakte Bilder, die formale Nähe zu Cy Twombly und dem abstrakten Expressionismus zeigen. 1997 kehrte er nach Stuttgart zurück, 2005 übersiedelte er nach Telfs in Tirol, wo er bis zu seinem Tod 2017 weiterarbeitete. Ausstellungen führten ihn u. a. nach New York, Mexiko und zuletzt in den Kunstraum Innsbruck.