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Eine Königin im Beethoven-Saal - die Konzertorgel

Versteckt hinter den Jalousien aus edlem Holz der rechten Bühnenwand verbirgt sich ein monumentales Meisterwerk: die Konzertorgel im Beethoven-Saal mit ihren 6.021 Pfeifen. Das imposante Instrument wurde 1956 von der renommierten Orgelbauwerkstatt Friedrich Weigle aus Echterdingen (Opus 1010) errichtet und am 20. November desselben Jahres vor zweitausend Gästen, Fachleuten und Musikfreunden durch Prof. Anton Nowakowski eingeweiht.

Die Konzeption des Instruments verantworteten zwei herausragende Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kirchenmusik: Kantor und Musikdirektor Helmut Bornefeld aus Heidenheim an der Brenz, ein erfolgreicher Meister der evangelischen Kirchenmusik, sowie der katholische Virtuose Prof. Anton Nowakowski aus Stuttgart. Beide übernahmen auch die Mensurenberechnung und Intonation der Orgel.

Zur Einweihung wurde die von Helmut Bornefeld eigens komponierte „Choralpartita VIII: Das Te Deum deutsch" gespielt – ein impressionistisch angelegtes Werk, das die vielfältigen Klangmöglichkeiten der Orgel eindrucksvoll demonstrierte.

Das Instrument umfasst 68 Register und basiert konstruktiv auf einem Schleifenwindladen-System, das für eine besonders hochwertige Klangentfaltung sorgt. Um den Mehrzweckcharakter des Saals zu berücksichtigen, wurde anstelle einer mechanischen eine elektrische Spiel- und Registertraktur eingesetzt. So konnte ein verschieb- und versenkbarer Spieltisch realisiert werden, der sich flexibel an die unterschiedlichen Nutzungen des Saals anpasst.

Auch die Gestaltung folgt der Idee funktionaler Flexibilität: Die Orgel kann bei Nichtgebrauch hinter den Jalousien vollständig ausgeblendet werden. Diese halboffene Platzierung sorgt nicht nur für visuelle Zurückhaltung, sondern auch für eine gleichmäßige Klimatisierung des Orgelraums – ein entscheidender Aspekt für die langfristige Funktionssicherheit des Instruments.

Die Königin der Instrumente im Beethoven-Saal vereint technische Innovation mit klanglicher Exzellenz und steht als beeindruckendes Zeugnis der Orgelbaukunst der Nachkriegszeit.

Mit Holz verkleidete Konzertsaal-Wand. Dahinter Orgelpfeifen
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