Künstlerin

Lotte Else Marie Hofmann

Lotte Hofmann, geboren am 27. Juli 1907 in Karlsruhe, interessierte sich schon früh für Textilien und kreatives Gestalten. Von 1924 bis 1927 absolvierte sie in Hamburg eine Ausbildung zur Gewerbelehrerin für Kunstarbeit und Zeichnen und studierte anschließend in Berlin Pädagogik des gewerblichen Kunsthandwerks. Nach ihrer Tätigkeit als Lehrerin an verschiedenen Fachschulen legte sie 1942 in Königsberg ihre Prüfung als Stickmeisterin ab.

1946 gründete sie die LoHo-Werkstätte in Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall, die bis zu ihrem Tod 1981 bestand. In ihrer künstlerischen Arbeit verband sie fundiertes handwerkliches Können mit einem ausgesprochen experimentierfreudigen Umgang mit Materialien und Techniken. Ihre Motive reichten von floralen und figürlichen Darstellungen bis zu Landschaften und Städteansichten, die sie unterschiedlich stark abstrahierte. Neben nahezu naturalistischen Wandbehängen entstanden so auch abstrakte Reliefbilder.

Charakteristisch für ihre Arbeiten ist die sogenannte „Fleckle“-Technik, bei der kleine, aus zahlreichen Stofflagen bestehende Quadrate mit ausgefransten Rändern auf einen Grundstoff aufgenäht werden. Auch mit der Maschinenstickerei entwickelte Lotte Hofmann neue Ausdrucksmöglichkeiten. Ihre Arbeiten fanden früh große Beachtung und führten zu bedeutenden öffentlichen Aufträgen, darunter Bühnenvorhänge für die Liederhalle in Stuttgart, die Staatstheater in Kassel und Fulda sowie die Rheingoldhalle in Mainz.

Lotte Hofmann-Gedächtnisstiftung

Lotte Hofmann zählte im Nachkriegsdeutschland zu den bedeutenden und international bekannten Künstlerinnen und engagierte sich zugleich für das deutsche und internationale Kunsthandwerk. Sie war an der Gründung des World Crafts Council beteiligt und gehörte 1947 zu den Gründerinnen des Bundes der Kunsthandwerker Baden-Württemberg.

In ihren letzten Lebensjahren beschäftigte sie zunehmend die Frage, wie ihre Auffassung von Textilkunst – die Verbindung von künstlerischem Entwurf und handwerklichem Können – auch für kommende Generationen bewahrt werden könnte. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Käte gründete sie deshalb die Lotte-Hofmann-Gedächtnisstiftung für Textilkunst. Der seit 1984 vergebene Lotte-Hofmann-Gedächtnispreis soll Textilkünstlerinnen und Textilkünstler aus Deutschland auszeichnen, ihnen Ansporn geben und zugleich der deutschen Textilkunst zu größerem öffentlichem Ansehen verhelfen. Seit 2021 werden zusätzlich zwei Förderpreise für jüngere Textilkünstlerinnen und Textilkünstler vergeben. Die nächste Preisvergabe – verbunden mit einer Ausstellung ist im Oktober 2026 in Heidelberg.

Die Stiftung hat ihren Sitz beim Bundesverband Kunsthandwerk in Frankfurt am Main.

Lotte Hofmann-Gedächtnisstiftung
Lotte Hofmann-Gedächtnisstiftung
Lotte Hofmann-Gedächtnisstiftung