Wer den Mozart-Saal betritt, passiert ein kleines handwerkliches Meisterwerk: Die Türen stammen vom Münchner Künstler Blasius Spreng und entstanden vermutlich um 1956 – in der aufwendigen Technik der Enkaustik.
Enkaustik ist ein Verfahren, das Geduld und Präzision verlangt. Auf eine feinstrukturierte Trägerplatte werden in mehr als 30 Arbeitsschritten verschiedene Leime, Kreiden und Wachse aufgetragen – alle im warmen Zustand verarbeitet, alle aufeinander abgestimmt. Schicht für Schicht entsteht so eine Oberfläche von bemerkenswerter Tiefe: Kreidegrund, Farbpigmente in drei Rottönen, mehrfach geschliffen, schließlich mit Spezialwachs versiegelt und heißpoliert.
Das Ergebnis ist keine aufgemalte Farbe, sondern eine gewachsene Oberfläche – warm, matt, von Hand entstanden.